Pressestimmen

5. Nell-Breuning-Symposium

31.10. und 1.11.2008, Kulturhalle Rödermark
Global Warming.
Wie verhindern wir die Klimakatastrophe — Welche Verantwortung haben wir?
Moderation: Niels Boeing, Wissenschaftsjournalist


Inhalte


 

Vorbericht zum 5. NB-Symposium

Schüler auf Augenhöhe mit Experten

 

Beitrag zum NBS-Symposium

Ober-Roden (lö) - Beseelt vom genialen Geist Albert Einsteins sind der Physik-Leistungskurs des 13. Jahrgangs der Nell-Breuning-Schule und sein Lehrer Dr. Dietmar Herdt. "Ich wünsche, dass meine Asche unverzüglich an das Profil Naturphilosophie überstellt und durch die Klimaanlage in alle Fachräume der NBS verteilt wird", hat der Vater der Relativitätstheorie in seinem Testament verfügt.

Einsteins - leider nur imaginärer - letzter Wille ist der Einstieg zu einer Multi-Media-Präsentation, mit der die Naturphilosophen sich am nächsten Oswald-von-Nell-Breuning-Symposium beteiligen. Das beschäftigt sich am 31. Oktober und 1. November unter dem Titel "Global Warming" mit der Erderwärmung und fragt, wie die drohende Klimakatastrophe auf den letzten Drücker noch abgewendet werden kann. "Mit Kernkraft aus der Krise?" haben Herdt und seine Leistungskursler Nicole Spieß, Elbethel Tesfaye, Andrej Faber, Mussie Mengstab und Daniel Gutjahr ihren Symposiums-Beitrag betitelt.

Sie erläutern Treibhaus-Effekt und die angeblich kohlendioxidfreie Stromproduktion in Atomreaktoren, die reale Nuklear-Katastrophe von Tschernobyl und einen fiktiven GAU im südhessischen Kernkraftwerk Biblis. Ergo ist nach Ansicht der Jugendlichen Atomkraft kein Weg aus der Krise. Alternativen Konzepten und sparsamem Energieverbrauch gelten die Sympathien der Oberstufenschüler.

Dabei betrachten sie ihre eigene Generation, die mit dem Erwerb des Führerscheins vielfach die Fähigkeit des Laufens und des Radfahrens verliert, durchaus selbstironisch. "Mit Baseballcap und Fluppe, mp3 und Technomucke fahr ich ab in meiner aufgepimpten Kiste. Hier im schönsten Land der Welt, wo mich kein Tempolimit hält, geht‘s mit 180 auf die Piste", singen sie im Klimalied, das Dietmar Herdt komponiert hat.

Die Präsentation der Schüler steht gleichberechtigt mit den Vorträgen namhafter Wissenschaftler, Politiker und Journalisten im Programm des Symposiums. Weitere Referenten sind unter anderem Fernseh- und Buchautor Franz Alt, Dr. Hermann Scheer, SPD-Bundestagsabgeordneter und Träger des alternativen Nobelpreises, Tarek Al-Wazir, Fraktionschef der hessischen Grünen, Professor Volker Mosbrugger, der Direktor der Senckenberg-Museums, und der Moraltheologe Professor Josef Schuster.

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Pressebericht von Frau Ziesecke (Offenbach Post) zum 5. NB-Symposium

Ober-Roden (chz)   Seit Freitag Mittag steht Rödermark wieder einmal ganz im Zeichen der Wissenschaft: das fünfte Nell-Breuning-Symposium, das gemeinschaftlich mit der Stadt Rödermark sowohl den Schülern wie auch den Bürgern Wissenschaftsaspekte näher bringen soll, beschäftigt sich mit dem Thema „Global Warming – wie verhindern wir die Klimakatastrophe, welche Verantwortung haben wir?“

 

Nach den Grußworten der Organisatoren Prof. Dr. Philipp Wolf und Dr. Dietmar Herdt von der NBS und dem Dank des Bürgermeisters an die Sponsoren HEAG und Sparkasse Dieburg eröffnete Moderator Niels Boeing zwei Tage wissenschaftlicher Referate. Der Physiker und Wissenschaftsjournalist erläuterte in verständlicher Weise die Grundlagen der globalen Erwärmung und verdeutlichte die dreifache Herausforderung, vor der die Menschheit nun steht: die Senkung des CO²-Ausstoßes, aber auch Aspekte, mit dem Klimawandel zu leben, und auch die darauf basierende Forderung, aus den Folgen heraus keine Bürgerrechte zu verändern. Die Referenten des Nachmittags griffen die grundsätzlichen Fragen aus ihre jeweiligen Sichtweise auf und vertieften sie.

Im Verlauf des heutigen Samstag werden sechs weitere Referenten aus ihrer Sicht über den Umgang mit dem Klimawandel referieren, bis hin zur Frage der Klimakriege, ehe ab 14.30 Uhr die 12. Jahrgangsstufe der NBS ihre Beiträge präsentieren wird und im abschließenden Referat Dr. Franz Alt Hoffnung machen wird: „Sonnige Aussichten – Wie Klimaschutz zum Gewinn für alle werden kann“. Zum Schluss wird das Profil Naturphilosophie sein neues Musikvideo „Uns bleibt keine Zeit“ präsentieren.

 

Dringend nötige Klimakonzepte müssen auf sozialer Gerechtigkeit basieren

Gute Resonanz des 5. Nell-Breuning-Symposiums bei Schülern, Bürgern und Organisatoren

 

Ober-Roden (chz)   Mit einem eindringlichen Vortrag von Dr. Franz Alt, Fernsehjournalist und Autor zahlloser Bücher zum Thema friedliches Zusammenleben im christlichen Sinne, endete das dicht gepackte Programm des 5. Nell-Breuning-Symposiums am Samstag Abend.

 

„Es gibt keine Energieprobleme, bloß falsches Handeln“ – er plädierte dafür, die grundlegend nötige Reaktion auf die globale Erwärmung als Chance für einen Neubeginn auch des Verhältnisses zwischen Bürger und Politiker zu sehen: „Wir müssen denen klar machen: wer dies nicht begreift, kann nicht mit unserer Stimme rechnen!“

 

Zuvor hatten die Schüler der 12. Jahrgänge der Nell-Breuning-Schule in eindrucksvollen Präsentationen die Ergebnisse ihrer gründlichen Vorbereitung zum Thema Erderwärmung vorgestellt und viel Wissenswertes in bühnenreifer Verpackung serviert. Auch dabei wurde die Grundfrage sichtbar, die sich wie ein roter Faden durch die 13 wissenschaftlichen Vorträge zog: Lässt sich mit radikalen Mitteln die Spiralwirkung anhalten oder sogar zurückdrehen oder sollte die Menschheit den gegenwärtigen Stand als gegeben akzeptieren und an der künftigen Verbesserung arbeiten? Inwieweit lassen sich Konzepte finden, die eine hohe Effektivität bei gleichzeitiger sozialer Gerechtigkeit versprechen? Organisator Dr. Dietmar Herdt fasste es zum Schluss auch im Sinne von Prof. Dr. Philipp Wolf knapp und prägnant zusammen: „Wir müssen handeln - uns bleibt keine Zeit.“

Rektor Zeller freute sich über das gelungene und keineswegs einseitig ausgerichtete Symposium und versprach guten Mutes eine Fortsetzung für 2010, falls die Sponsoren ebenso wie die Stadt Rödermark weiter interessiert sind, und auch Rektorin Heidemarie Danz, die Eventmanagerin der NBS, wünschte sich höchstens noch mehr Zeit für die in den Ansätzen aufkeimenden und sehr fruchtbaren Dialoge zwischen den Referenten unterschiedlicher Couleur. „Wir hatten so unerwartet viele Zusagen von angefragten Referenten erhalten, dass wir das Programm so dicht staffeln mussten“, erläuterte Zeller den dicht gepackten Zeitrahmen.

Ausgesprochen positiv äußerten sich Schülerinnen und Schüler, die an beiden Tagen das Symposium verfolgt hatten, so etwa Ayse Parnaksiz und Alina Schwarzkopf, beide aus dem 13. Jahrgang. „Bis auf ein paar kurze Phasen, wo wir von den physikalischen Anforderungen her einfach ausgestiegen sind, waren die Vorträge gut verständlich und sehr informativ“, freute sich Ayse Parmaksiz, und Sophia Schwarzkopf fühlte sich ebenso durch die Vorträge in ihrem Wissen bereichert und störte sich höchstens an den manchmal eher mühsamen und unqualifizierten Fragen in den Diskussionsrunden.

Beide bedauerten aber auch, dass die zwei politischen Zugpferde der Veranstaltung, Hermann Schaer, Bundestagsmitglied und Preisträger des Alternativen Nobelpreises, sowie Tarel Al-Wazir, Mitglied im Bundesparteirat der Grünen, aufgrund der aktuellen politischen Turbulenzen kurzfristig abgesagt und Vertreter geschickt hatten.

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Bericht von Herrn Prof. Dr. Wolf und Herrn Dr. Herdt zum 5. NB-Symposium

 

Global Warming - 5. Oswald-von-Nell-Breuning-Symposium zum Klimawandel

Zum 5. Mal veranstalteten die Stadt Rödermark und die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in der Kulturhalle Rödermark ein Symposium. Dieses Mal stand der globale Klimawandel mit dem Titel „Global Warming. Wie verhindern wir die Klimakatastrophe — Welche Verantwortung haben wir?“ mit allen Facetten im Mittelpunkt. Renommierte Wissenschaftler und Journalisten aus der gesamten Bundesrepublik und angrenzenden Staaten referierten und diskutierten dabei nicht nur die Auswirkungen, sondern vor allem auch Lösungsansätze aus unterschiedlichen Perspektiven.

Vor der am ersten Tag nahezu vollbesetzten Kulturhalle präsentierte zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung die Europa-Songgruppe der NBS ihr neues mitreißendes Lied „Ziel unbekannt“. Nach Grußworten von Bürgermeister Kern und Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht erläuterten Schulleiter Jochen Zeller und die Organisatoren Prof. Dr. Philipp Wolf und Dr. Dietmar Herdt das Konzept des Nell-Breuning-Symposiums, das im Abstand von drei Jahren von der Nell-Breuning-Schule und der Stadt Rödermark veranstaltet wird.

 

In seinem Einführungsvortrag umriss der Hamburger Wissenschaftsjournalist Niels Boeing die „dreifache Herausforderung“ durch den Klimawandel: Reduktion des Kohlendioxids, Leben mit dem Klimawandel und Verteidigung der Bürgerrechte. Boeing machte deutlich, dass wir uns auf jeden Fall auf einen Temperaturanstieg einstellen müssen, der nicht auf normale natürliche Prozesse zurückzuführen sein wird.
Auch Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Leiter des Senckenberg-Forschungsinstituts, konnte aus geowissenschaftlicher Sicht überzeugend darstellen, dass ein erheblicher Anteil der seit 150 Jahren zu beobachtenden Erderwärmung durch den Menschen zu verantworten ist. Seine Konzeption eines umfassenden „Erdsystem-Managements“ berücksichtigt auch die unterschiedlichen Interessen der südlichen Halbkugel ebenso wie jene der nachfolgenden Generationen. Unter Verweis auf die aktuelle Stellungnahme der europäischen Bischofskonferenz konnte der Moraltheologe Prof. Dr. Schuster von der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen hier direkt anschließen. Schuster mahnte verantwortungsethisch eine nachhaltige Entwicklung an. Zukünftigen Generationen dürften wir keine schlechteren Lebensbedingungen hinterlassen.

Der Bundesvorsitzende des BUND, Prof. Dr. Hubert Weiger, befasste sich mit der alarmierenden Abnahme der biologischen Vielfalt (Biodiversität) in unseren Breiten, aber auch anderen Regionen der Welt infolge des Klimawandels. In Deutschland müsse mit einem Rückgang der Tier- und- Pflanzenbestände um bis zu 30%, weltweit gar bis zu 50%, gerechnet werden. In seinem engagierten und begeisternden Vortrag nannte Weiger auch eine Reihe von konkreten Naturschutzmaßnahmen wie etwa den Rückbau von Dämmen oder Renaturierungsprojekte von Mooren, mit denen der Entwicklung begegnet werden könne. In einer nachhaltigen Energieversorgung und konsequenten Effizienztechnik liege ein erhebliches Einsparpotenzial.

Dr. Jörg Rothermel vom Verband der chemischen Industrie schilderte die Rolle der chemischen Industrie für den Klimaschutz. So könne z.B. mit Hilfe der Kraft-Wärme-Kopplung (Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme) die Effizienz von Industriekraftwerken auf bis zu 90% gesteigert werden kann.

Zum Abschluss des ersten Tages präsentierten die Schülerinnen und Schüler des Profils Naturphilosophie 13 ihre Arbeit „Klimakatastrophe — Mit der Kernkraft aus der Krise vor?“, die auch außerhalb der NBS erfolgreich ist. Teil der multimedialen Show ist ein Musikvideo zu dem schuleigenen Klimasong, der von Melanie König (10. Klasse) live gesungen wurde.

 

Mit einer Analyse des komplexen Zusammenspiels von Wissenschaft, Politik und Medien eröffnete Prof. Dr. Peter Weingart den zweiten Veranstaltungstag. Die Dramatisierung oder auch Abwertung des Klimawandels in den Medien und die selektive Übernahme bestimmter Forschungsergebnisse durch die Politik berge die Gefahr eines Glaubwürdigkeitsverlustes der Klimawissenschaften. Mithin werde eine reale Bedrohung nicht mehr angemessen wahrgenommen.

Ähnlich wie Weingart kritisierte der Klimawissenschaftler Prof. Dr. Hans von Storch eine häufig unredliche und effekthascherische Darstellung der Thematik, so auch in naturwissenschaftlichen Zeitschriften wie „Science“ und „Nature“, die das politische Interesse für bestimmte Themen negativ steuerten. Für den Bereich der Küsten- und Meeresforschung wies er nach, dass nicht alle extremen Wetterphänomene mit dem Klimawandel zu erklären sind. Er bestritt die „gefühlte“ Zunahme von schweren Stürmen in den vergangenen 150 Jahren. Das Risiko des Klimawandels wollte Storch jedoch keineswegs bestreiten, vielmehr gäbe es gute Gründe, CO 2 - und andere Emissionen zu reduzieren.

Der Philosoph Prof. Dr. Lukas Meyer von der Universität Bern wies detailliert und präzise auf, was Klimagerechtigkeit global heißen könnte und warum wir auch zukünftigen Generationen das Menschrecht auf eine intakte Lebenswelt schulden. Da Fairness entscheidend für die Akzeptanz einschneidender Maßnahmen sei, forderte er eine angemessene Zuweisung von Emissionsrechten für die Entwicklungsländer.
Der Jurist Prof. Dr. Felix Eckard ging nicht nur auf die individuelle Motivationsproblematik ein, sondern entwickelte auch eine komplexes und beeindruckendes völkerrechtliches Modell zur wirksamen Durchsetzung des Klimaschutzes, das er in der Formel „One human — one emission right“ zusammenfasste.

Der Sozialpsychologe und Autor des Buches „Klimakriege — Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“, Prof. Dr. Harald Welzer, konnte anhand historischer und aktuelle Konflikte um Überlebensressourcen wie vor dem Hintergrund weltweiter Migrationbewegungen sehr plastisch aufzeigen, dass der Klimawandel auch ein erhebliches Potential an Gewalt in sich berge. Sein Appell an eine grundlegende Änderung des westlichen Lebensstils wurde vom Publikum mit Beifall aufgenommen.

Nachdem Ursula Hammann, die umweltpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag, das energiepolitische Programm ihrer Partei erläutert hatte, boten die Tutorien der 12. Jahrgangsstufe in zwei Programmblöcken Ausschnitte aus ihren Präsentationen dar, die in der Profilwoche Ende Oktober ausgearbeitet worden waren.. Entsprechend des Ansatzes der Nell-Breuning-Schule, Schule und Hochschule miteinander zu vermitteln, griffen die Schülerinnen und Schüler sehr kompetent alle wesentlichen Aspekte der Klimaproblematik auf, um sie multimedial und unterhaltsam für die Öffentlichkeit aufzubereiten.
Mit einem überaus engagierten Plädoyer für die konsequente Nutzung der Sonnenenergie und den Umbau der herkömmlichen Energiewirtschaft konnte der bekannte Fernsehjournalist und Autor Dr. Franz Alt die Zuhörer in seinen Bann schlagen. Der programmatische Titel seines neuen Buches lautet „Sonnige Aussichten — Wie der Klimaschutz zum Gewinn für alle wird“.

Zum Ausklang sang Sophia Schwarzkopf (Jahrgangstufe 13) den Klimasong „Uns bleibt keine Zeit“.

Vertreter der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und der Stadt Rödermark zogen ein positives Resümee des zweitägigen Symposiums. Schulleiter Jochen Zeller bedankte sich insbesondere bei den Organisatoren für die ausgezeichnete Zusammenstellung des Referentenfeldes, welches die Zuhörer durchaus in den Bann zog. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch Sponsorengelder der Sparkasse Dieburg und des Energieversorgers HSE.

 

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