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4. Oswald-von-Nell-Breuning-Symposium,
2.-3. Dezember 2005, Kulturhalle Rödermark
Nanotechnologie, Gentechnik, Hirnforschung -- Machbarkeit und Verantwortung
Inhalte
- Pressebericht von Herrn Dr. Herdt zum 4. NB-Symposium
- Einführung von Herrn Dr. Herdt (aus dem Tagungsband: zur Vorgeschichte und zum Ablauf des 4. NB-Symposiums)
- Die Profiloberstufe der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule
- Programm
Programm mit Referenten und Vortragsthemen des 4. NB-Symposiums:
- Flyer-pdf (Download)
Schülerprojekte (Plays) zur Nanotechnologie:
- "Finding Nano - Findet Nano" (in Deutsch/Englisch von "piko - Physik im Kontext" in Berlin) (Download)
- Link zum Schülerprojekt "Finding Nano - Findet Nano" - zur Homepage
- Drehbuch Symposium ("Nanotechnologie und Verantwortung") (Download)
Gentechnik:
- Bericht zum Vortrag von Prof. Maniak (Download)
- Was ist Gentechnik (Download)
Nanotechnologie:
- Boeing 2006 (Download)
- NT einführung (Boeing): Powerpointpräsentation (Download)
Hirnforschung:
- PhilippWolf - Zur Neurobiologie (Download)

Der Hamburger Wissenschaftsjournalist Niels Boeing
Pressebericht von Herrn Dr. Herdt zum
4. Nell-Breuning-Symposium
„Nanotechnologie, Gentechnik, Hirnforschung
— Machbarkeit und Verantwortung“
Die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule und die Stadt Rödermark ziehen als Veranstalter eine positive Bilanz für das 4. Nell-Breuning-Symposium, bei dem es um die Auseinandersetzung mit den modernen Schlüsseltechnologien ging.
Es gehörte zu den Zielsetzungen des Symposiums, Schule und Hochschule mit einer interessierten Öffentlichkeit ins Gespräch zu bringen.
Zum Auftakt am Freitagmittag gab der Hamburger Wissenschaftsjournalist Niels Boeing — „Nano?! Die Technik des 21. Jahrhunderts“ — in einem einführenden Vortrag eine allgemein verständliche Übersicht über die verschiedenen, aber grundsätzlich trans- bzw. interdisziplinär angelegten Forschungsrichtungen der Nanotechnologie(n).
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| Die Organisatoren Prof. Dr. Philipp Wolf (links) und Dr. Dietmar Herdt |
Mit insgesamt neun fachwissenschaftlichen Vorträgen stellten die zum Teil sehr renommierten Referenten — darunter Grundlagenforscher aus der Nano- und Gentechnik sowie Hirnforscher und Philosophen — den aktuellen Stand ihrer Wissenschaft dar und zeigten, mit unterschiedlicher Betonung, sowohl Perspektiven als auch mögliche Risiken der technologischen Entwicklung auf.
Alle Referenten bemühten sich um die gute Verständlichkeit ihrer Ausführungen und hatten eine durchweg positive Resonanz bei den zahlreichen Zuhörern, die im Anschluss an die Vorträge weiter gehende und kritische Fragen stellten.
Ausgewählte Beiträge aus der schulischen Projektarbeit, mit der das Symposium vorreitet wurde, ergänzten das wissenschaftliche Programm. Die Profile „Naturphilosophie“ und „Umwelt und Lebensqualität“ beteiligten sich mit jeweils zwei multimedialen Präsentationen zur Nanotechnik und zur modernen Gentechnik und thematisierten die Frage nach der ethischen Verantwortung von Wissenschaft und Technik.
Mit einem gelungenen kritischen Filmbeitrag zu den möglichen Auswüchsen des Genomprojekts zeigte des Profil „Europa“, dass man die Gestaltung und Kontrolle der technologischen Zukunft nicht den Naturwissenschaften alleine überlassen darf.
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| Prof. Dr. Philipp Wolf mit Prof. Dr. Helmut Schmidt |
Auch das Rahmenprogramm außerhalb des großen Saales fand großen Zuspruch.
Im Foyer waren Ausstellungen aller Fachbereiche zur Thematik des Symposiums zu sehen. Das von Lehrern und Schülern betriebene Organisationsbüro versorgte die Gäste mit zusätzlichen Informationen zum Symposium. Ein anderes Team kümmerte sich um Kaffee und Kuchen in den Pausen.
Die Wissenschaftler des im Außenbereich der Kulturhalle aufgestellten nanoTruck — Beitrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) — führten bereits am Freitagvormittag unsere neunten und zehnten Klassen durch die Ausstellung. Ein zusätzlicher Vortrag eines nanoTruck-Wissenschaftler im der Kulturhalle über „Nanotechnik: Grundlagen, Anwendungen und Produkte“ begeisterte auch Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe. Ab Freitagmittag nutzen viele Besucher des Symposiums die Gelegenheit zur Besichtigung des Trucks.
Die gründliche Organisation durch Verwaltung und Technik und das hervorragende Zusammenwirken von Schule und Stadt sorgte für einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf der Gesamtveranstaltung.
Einführung von Herrn Dr. Herdt
Als Mitorganisator für das 4. Rödermärker Symposium und Mitherausgeber des vorliegenden Tagungsbandes möchte ich in einem kurzen Vorwort am Beispiel der Nanotechnologie darstellen, wie sich die komplexe Thematik des Symposiums aus unserer besonderen schulischen Projekt- und Profilarbeit entwickelt hat.
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| Prof. Dr. Armin Grunwald mit Schülern |
Die Oberstufe der Nell-Breuning-Schule ist eine so genannte Profiloberstufe, in der sich die Schülerinnen und Schüler für ein Paket („Profil“) aus einem bestimmten Leistungskurs und verbindlichen Grundkursen wählen. Im naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld sind das die Profile Naturphilosophie (LK Physik, Grundkurse Englisch und Ethik) und das Profil „Umwelt und Lebensqualität“ (LK Biologie, Grundkurse ...)
Der erste Anstoß zur Beschäftigung mit der Nanotechnik kam im Frühjahr 2003 von Dr. Raschke, dem Entwicklungschef von Fujitsu Deutschland, der als Fachgutachter für den FOCUS-Schülerwettbewerb die Nell-Breuning-Schule besuchte.
Sein Hinweis „Macht doch mal was mit Nanotechnologie — das ist die Zukunft!“ stieß im Profil Naturphilosophie zunächst auf wenig Begeisterung, denn unsere Projekte befassten sich bis dahin mit den paradigmatischen wissenschaftsphilosophischen Themen, wie der Struktur von Raum und Zeit, der Quantenphilosophie, der Kosmologie und der Quantengravitation, also — zumindest auf popularwissenschaftlichem Niveau — mit den „Faust’schen Fragen“, in deren Beantwortung das Potenzial für die Revolutionierung unseres aktuellen naturwissenschaftlichen Weltbildes liegt. Da spielte für uns die sphärische Musik.
„Sollten wir nun mit der Nanotechnik in die experimentellen Niederungen der Materialwissenschaften absteigen?“, dachten wir etwas hochnäsig.
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| PD Dr. Elisabeth Hildt |
Die vorsichtige Annäherung an die Nanotechnologie führte aber zu einem Umdenken. Die Interdisziplinarität der Nano-Strukturwissenschaften und der angewandten Nanotechnik ließen uns erkennen, dass es sich hier um eine ganz entscheidende Schlüsseldisziplin handelt, die — ähnlich wie vormals die Elektronik — in alle Arbeits- und Lebensbereiche hineinwirken wird, mit ungeheuren Auswirkungen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen.
Neben den viel versprechenden Perspektiven und Verheißungen für die Zukunft wurde uns aber auch klar, dass die Nanotechnik — wie andere Schlüsseltechnologien der Vergangenheit und Gegenwart — neue und spezifische Risiken birgt. Die naturphilosophische Dimension eröffnete sich für uns in der notwendigen ethischen Diskussion über die Machbarkeit und Verantwortung dieser neuen Technologie, auf der Grundlage einer vernünftigen Technikfolgenabschätzung.
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| v.l.n.r.: Bürgermeister Roland Kern, Prof. Dr. Jan-Peter Domschke, Prof. Dr. Philipp Wolf |
Im Dezember 2003 haben wir in der Profilwoche 12 mit der Unterstützung von Frau Prof. Rita Wodzinski von der Universität Kassel, Frau Dr. Krick und unserem Studienleiter, Herrn Schmidt, sowie ehemaligen Abiturienten die englischsprachige Präsentation „Finding Nano“ ausgearbeitet, in der wir uns am Beispiel der Nanotechnologie mit der Verantwortung von Wissenschaft und Technik auseinandersetzen.
Auf Einladung des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften hatten wir mit diesem multimedialen Play im Mai 2004 unseren großen Auftritt bei der Auftaktveranstaltung zu „Piko – Physik im Kontext“ an der Humboldt-Universität in Berlin.
„Finding Nano“ wird heute Abend von den Schülerinnen und Schülern des aktuellen Profils Naturphilosophie 12 in einer Neuinszenierung unter der Regie von Frau Gerlach aufgeführt
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| Hochschulpfarrer Dr. Hubert Meisinger |
Im Januar 2005 folgte in der Profilwoche 13 als zweites einschlägiges Projekt „Nanotechnologie und Verantwortung“, bei dem wir uns an dem Buch unseres Moderators Niels Boeing: „Nano?! Die Technik des 21. Jahrhunderts“ orientiert haben. Auch die dabei entstandene Präsentation wurde mit neuer Besetzung als Schülerbeitrag unter der Leitung von Herrn Flörke in das Programm des Symposiums aufgenommen.
Als akademische Initialzündung für das Symposium hatten wir im Februar 2005 den Kasseler Zellbiologen Prof. Maniak zu Besuch, dessen Fachvortrag über „Nanomaschinen in der Biologie“ unsere Schülerinnen und Schüler begeisterte.
Damit war der weitere Weg für das Symposium vorbereitet: Da wir mit früheren Schülerprojekten zur Gentechnik bereits eine weitere Schlüsseldisziplin thematisiert hatten und auch in der modernen Hirnforschung ein artverwandtes Thema sahen, einigte sich die Vorbereitungsgruppe für das 4. Nell-Breuning-Symposium — bestehend aus Schulleitung und Kollegen aus allen Aufgabenfeldern — auf den Titel „Nanotechnologie, Gentechnik, Hirnforschung — Machbarkeit und Verantwortung“.
Innerhalb weniger Wochen ist es der Vorbereitungsgruppe gelungen, für die genannten Schlüsseldisziplinen renommierte Experten zu gewinnen, deren Arbeits- und Forschungsgebiete überwiegend interdisziplinär angelegt sind, im Sinne unserer Gesamtthematik. Herzlichen Dank an die Referenten, dass Sie unsere Einladung angenommen haben.
Schließlich fand das Konzept für unser Symposium auch das Interesse des Wissenschaftsjournalisten Niels Boeing, der mit seinen Veröffentlichungen die bundesweite Diskussion über die Chancen und Risiken der Nanotechnologie mit angestoßen hat. Über seine Zusage für die Übernahme der Moderation freuen wir uns ganz besonders.
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| Dr. Dirk Stederoth |
Dies gilt auch für die Beteiligung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem „nanoTruck“, in dem an beiden Tagen im Außenbereich eine von Wissenschaftlern betreute Ausstellung zur Nanotechnologie präsentiert wird. In Ergänzung zu der Roadshow möchten wir allen Technikinteressierten den am Samstagmittag ab 12:30 Uhr im Graf-Reinhard-Saal stattfindenden Vortrag über „Nanotechnologie: Grundlagen, Anwendungen und Produkte“ empfehlen. Referent ist Herr Dr. Sauter, ein Wissenschaftler des nanoTruck-Teams.
Am Ende meiner Ausführungen möchte ich mich im Namen des Vorbereitungsteams, aber auch ganz persönlich, für die gute und professionelle Zusammenarbeit mit der Stadt Rödermark bedanken. Ich nenne hier Herrn Bürgermeister Kern, Herrn Mörsdorf, das technische Personal und — im Zusammenhang mit der Organisation des nanoTrucks — auch das Ordnungsamt.
Ich bedanke mich auch bei allen Kolleginnen und Kollegen und vor allem bei den Schülerinnen und Schülern, die sich in vielfältiger und kreativer Form an unserem Symposium beteiligen.
Ich gebe nun das Einführungswort weiter an meinen Freund und Kollegen, Prof. Philipp Wolf. Ohne seinen Sach- und Fachverstand und seinen akademische Erfahrungshorizont wäre die Organisation des Symposiums in dieser Form nicht möglich gewesen.
Dietmar Herdt
Die Profiloberstufe der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule
Rödermärker Hochschultage und Nell-Breuning-Symposium —
Dialog zwischen Schule und Hochschule
Als Mitorganisator des 4. Rödermärker Symposiums und Mitherausgeber des vorliegenden Tagungsbandes möchte ich am Beispiel der Nanotechnologie darstellen, wie sich die komplexe Thematik des 4. Nell-Breuning-Symposiums aus unserer besonderen schulischen Projekt- und Profilarbeit entwickelt hat.
Naturwissenschaftliche Profile
Die Gymnasiale Oberstufe der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule ist eine so genannte „Profiloberstufe“, in der sich die Schülerinnen und Schüler für die Dauer der Qualifikationsphase 12/13 in ein bestimmtes „Profil“, d.h. eine Kombination aus einem Leistungskurs und verbindlich zugeordneten Grundkursen, einwählen.
Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld III werden die beiden Profile „Naturphilosophie“ (Leistungskurs Physik, Grundkurse Englisch und Ethik) und „Umwelt und Lebensqualität“ (Leistungskurs Biologie, Grundkurse Chemie sowie Politik und Wirtschaft) angeboten.
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| Prof. Dr. Wolfgang Nellen |
In beiden Profilen nimmt die Thematisierung der ethischen Verantwortung von Wissenschaft und Technik einen breiten Raum ein, insbesondere in den einmal pro Jahrgang stattfindenden Profilwochen, in denen die Profilkurse mit den beteiligten Fachlehrern an einem interdisziplinären Thema arbeiten, wie z.B. der Nanotechnologie oder der Gentechnik. Höhepunkt der Profilwochen ist die Abschlusspräsentation, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsprozesse und -ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit vorstellen.
Unsere Profiloberstufe ist so angelegt, dass über die verbindlichen curricularen Inhalte und die freien Themenkreise hinaus auch Räume für außerschulische Aktivitäten entstehen, z.B. für die Zusammenarbeit mit Industrie und Hochschule. Dies eröffnet didaktisch und methodisch die Möglichkeit, die Abiturientinnen und Abiturienten an die aktuellsten wissenschaftlich-technischen Entwicklungen heranzuführen, die in den Lehrplänen und Lehrbüchern nicht angemessen abgebildet werden.
Das Betriebspraktikum in der 12. Jahrgangsstufe und die Teilnahme der naturwissenschaftlichen Kurse an der Vorlesungsreihe „Saturday Morning Physics“ an der Technischen Universität Darmstadt ist eine gute Vorbereitung auf ein mögliches Studium der Natur- und Ingenieurwissenschaften.
Darüber hinaus fördert die Nell-Breuning-Schule den Dialog zwischen Schule und Hochschule auch durch eigene Veranstaltungen, wie die Rödermärker Hochschultage und das alle drei Jahre stattfindende Nell-Breuning-Symposium.
Profil Naturphilosophie: Projekt „Nanotechnology and Responsibility“
Der erste Anstoß zur Beschäftigung mit der Nanotechnik kam im Frühjahr 2003 vom Entwicklungschef von Fujitsu Deutschland, Dr. Roland Raschke, der als Fachgutachter für den FOCUS-Schülerwettbewerb die Nell-Breuning-Schule besuchte.
Sein Hinweis „Macht doch mal was mit Nanotechnologie — das ist die Zukunft!“ stieß im Profil Naturphilosophie zunächst auf wenig Begeisterung, denn unsere Projekte befassten sich bis dahin mit den paradigmatischen wissenschaftsphilosophischen Themen, wie der Struktur von Raum und Zeit, der Quantenphilosophie, der Kosmologie und der Quantengravitation, also — zumindest auf popularwissenschaftlichem Niveau — mit den „Faust’schen Fragen“, in deren Beantwortung das Potenzial für die Revolutionierung unseres aktuellen naturwissenschaftlichen Weltbildes liegt.
„Sollten wir nun mit der Nanotechnik in die experimentellen Niederungen der Materialwissenschaften absteigen?“, war die skeptische Meinung.
Unsere vorsichtige Annäherung an die Nanotechnologie führte aber rasch zu einem Umdenken. Die Interdisziplinarität der Nano-Strukturwissenschaften und der angewandten Nanotechnik ließen uns erkennen, dass es sich hier um eine ganz entscheidende Schlüsseldisziplin handelt, die — ähnlich wie vormals die Elektronik — in alle Arbeits- und Lebensbereiche hineinwirken wird, mit ungeheuren Auswirkungen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen.
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| Prof. Dr. Alfred Nordmann |
Neben den viel versprechenden Perspektiven und Verheißungen für die Zukunft wurde uns aber auch klar, dass die Nanotechnik — wie andere Schlüsseltechnologien der Vergangenheit und Gegenwart — neue und spezifische Risiken birgt. Die naturphilosophische Dimension eröffnete sich für uns in der notwendigen ethischen Diskussion über die Machbarkeit und Verantwortung dieser neuen Technologie, auf der Grundlage einer vernünftigen Technikfolgenabschätzung.
Im Dezember 2003 haben wir in der Profilwoche 12 mit der Unterstützung von Frau Prof. Rita Wodzinski von der Universität Kassel und ehemaligen Abiturienten die englischsprachige Präsentation „Finding Nano — Nanotechnology and Responsibility“ ausgearbeitet, in der wir uns am Beispiel der Nanotechnologie mit der Verantwortung von Wissenschaft und Technik auseinandersetzen.
Auf Einladung des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften feierten wir mit unserem multimedialen Play im Mai 2004 den ersten großen Auftritt bei der Auftaktveranstaltung zu „Piko — Physik im Kontext“ an der Humboldt-Universität in Berlin.
Im Januar 2005 folgte in der Profilwoche 13 als weiteres Projekt „Nanotechnologie und Verantwortung“, bei dem wir uns an dem Buch „Nano?! Die Technik des 21. Jahrhunderts“ orientierten, mit dem der Wissenschaftsjournalist und Mitherausgeber dieses Bandes, Niels Boeing, einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion über die Chancen und Risiken der Nanotechnik geleistet hat.
Als akademische Initialzündung für das Symposium hatten wir im Februar 2005 den Kasseler Zellbiologen Prof. Maniak zu Besuch, dessen Fachvortrag über „Nanomaschinen in der Biologie“ unsere Schülerinnen und Schüler begeisterte, aber auch eine kritische Diskussion über die Grenzen des Erlaubten eröffnete.
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| Schülerprojekt zur Gentechnik |
Damit war der weitere Weg für das Symposium vorgezeichnet: Da wir mit früheren Schülerprojekten zur Gentechnik bereits eine weitere Schlüsseldisziplin thematisiert hatten und auch in der modernen Hirnforschung ein artverwandtes Thema sahen, einigte sich die Vorbereitungsgruppe für das 4. Nell-Breuning-Symposium — bestehend aus Schulleitung und Kollegen aus allen Aufgabenfeldern — auf den Titel „Nanotechnologie, Gentechnik, Hirnforschung — Machbarkeit und Verantwortung“.
Innerhalb kürzester Zeit gelang es der Vorbereitungsgruppe, renommierte Experten für die genannten Schlüsseldisziplinen zu gewinnen, deren Arbeits- und Forschungsgebiete überwiegend interdisziplinär angelegt sind, im Sinne unserer Gesamtthematik.
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| Die gut besuchte Kulturhalle in Ober-Roden |
Schließlich fand das Konzept für unser Symposium auch das Interesse des Wissenschaftsjournalisten Niels Boeing, der mit seinen Veröffentlichungen die bundesweite Diskussion über die Chancen und Risiken der Nanotechnologie mit angestoßen hat. Niels Boeing sagte spontan als Referent und Moderator zu.
Nicht zuletzt aufgrund der hochkarätigen Referentenliste beteiligte sich auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem „nanoTruck“, einer mobilen Roadshow zur Nanotechnik, die von Wissenschaftler betreut wurde.
Für die Schülerinnen und Schüler der beiden naturwissenschaftlichen Profile und uns Fachlehrer stellte die Vorbereitung und Durchführung des 4. Nell-Breuning-Symposiums eine neue Erfahrung dar, die wir nicht missen möchten. Die inhaltliche Korrespondenz und Zusammenarbeit mit anerkannten Experten, das Einbringen der eigenen Projekte und die positive Rückmeldungen der Referenten und des Publikums sind ein wichtiger Meilenstein in der erfolgreichen Entwicklung unserer Profilstufe.
Mit einer Neuauflage des Plays „Finding Nano“, die eigens für das Symposium inszeniert wurde, gingen die Schülerinnen und Schüler des Profil Naturphilosophie anschließend auf Tour und gastierten an Hochschulen in Darmstadt, Frankfurt und Stuttgart. Der direkte Kontakt zu den Professoren bildete eine wichtige Orientierungshilfe für die spätere Studienwahl. Einige der beteiligten Schülerinnen und Schüler haben sich für das Studium der Nano-Strukturwissenschaften entschieden.
Besondere Anerkennung verdient auch die Mitarbeit der nicht-naturwissenschaftlichen Profile aus den Aufgabenfelder I und II. Alle Schülerinnen und Schüler der Profiloberstufe hatten sich im Vorfeld des Symposiums mit ausgewählten Aspekten des Gesamtthemas auseinander gesetzt und haben mit Ausstellungen und Präsentationen zum guten Erfolg unserer zweitägigen Veranstaltung beigetragen.
Dietmar Herdt
Programm
Programm: Freitag, 2. Dezember 2005
| 15:00 -16:00 | Begrüßung durch Herrn Bürgermeister Kern; Begrüßung durch Herrn Schulleiter Jochen Zeller; Kurze Einführung durch Dr. Herdt und Prof. Dr. Wolf; Einführungsvortrag von Herrn Niels Boeing/Hamburg |
| 16:00 – 16:50 | Prof. Dr. Armin Grunwald/Karlsruhe „Kann und soll man den Menschen technisch verbessern? Neue wissenschaftliche Utopien und ethische Fragen“ |
| 16:50 – 17:10 | Kaffeepause |
| 17:10 – 18:00 | Prof. Dr. Helmut Schmidt/Saarbrücken „Nanopartikel und nanopartikelhaltige Werkstoffe und Schichten für biomedizinische Anwendungen“ |
| 18:00 – 18:50 | Prof. Dr. Heidrun Hesse/Tübingen „Gefährliches Wissen? Über Möglichkeiten und Grenzen der naturwissenschaftlichen Erforschung des Bewusstseins“ |
| 19:00 – 19:45 | Profil Naturphilosophie 12 (Herdt): Präsentation „Finding Nano“ |
Programm: Freitag, 2. Dezember 2005
| 9:00 -9:50 | Prof. Dr. Wolfgang Nellen/Kassel „Molekulargenetik - Nanostrukturen, Biochemie, Gentechnik und Bioethik, alles unter einem Hut“ |
| 9:50 – 10:35 | PD Dr. Elisabeth Hildt/Tübingen „DNA, Zukunft und Gesundheit: Ethische Aspekte prädiktiver genetischer Diagnostik“ |
| 10:35 – 10:55 | Kaffeepause |
| 10:55 – 11:45 | Dr. Hubert Meisinger/Darmstadt „Das Gen als Maß aller Menschen? - Bioethik aus theologischer Sicht“ |
| 12:00 – 12:30 | Profil Umwelt und Lebensqualität (Stiehl-Wege): Präsentation zur Gentechnik |
| 12:30 – 13:30 | NanoTruck-Workshop: „Nanotechnologie: Grundlagen, Anwendungen und Produkte“ Grundlagen-Vortrag und anschließende Diskussion für alle Technikinteressierten im Graf-Reinhard-Saal |
| 13:30 – 14:20 | Dr. Dirk Stederoth/Kassel „Über Mörder, Waschfrauen und die gesprengte Sittlichkeit. Drei historische Exkurse zur neuronalen Reduktion des Geistes“ |
| 14:20 – 15:10 | Prof. Dr. Jan-Peter Domschke/Mittweida „Ethische Fragen in der technischen Entwicklung“ |
| 15:10 – 15:30 | Kaffeepause |
| 15:30 – 16:30 | Prof. Dr. Alfred Nordmann/Darmstadt „Nanotechnische Weltgestaltung: Die Natur als Ingenieur, der Ingenieur als Künstler“ |
| 16:30 – 17:00 | Profil Naturphilosophie 13 (Flörke): Präsentation „Nanotechnologie und Verantwortung“ |
Moderation: Niels Boeing/Hamburg, Wissenschaftsjournalist und Autor des Buches:
„Nano!? Die Technik des 21. Jahrhunderts“
Im Außenbereich der Kulturhalle:
NanoTruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer durchgehend angebotenen multimedialen Ausstellung zur Nanotechnologie














